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UnterstĂŒtzung durch die Schulberatungsstelle

Die Regionale Schulberatungsstelle des Kreises Borken unterstĂŒtzt die Schulen der Region bei ihrer Entwicklung zu inklusiven Schulen.

Dies geschieht durch

UN-Konvention ĂŒber die Rechte von Menschen mit Behinderungen

2006 wurde die UN-Konvention ĂŒber die Rechte von Menschen mit Behinderungen beschlossen, in der die Unterzeichnerstaaten sich verpflichten, ein „ inclusive education system“ zu schaffen: Niemand soll auf Grund einer Behinderung von der gesellschaftlichen Teilhabe und dem Besuch der allgemeinen Schule ausgeschlossen werden. Die UN-Konvention fordert das Menschenrecht auf Teilhabe ein, ohne dabei Vorgaben zur pĂ€dagogischen Umsetzung zu formulieren.

Die Bundesrepublik Deutschland hat im Januar 2009 diese Konvention ratifiziert. Strittig ist unter Fachleuten, wie der Originaltext (in englischer Sprache) ins Deutsche ĂŒbertragen wurde. „Inclusion“ wurde mit „Integration“ ĂŒbersetzt. Diese Wortwahl ist von weitreichender pĂ€dagogischer Bedeutung, da "inklusive Bildung" nach Meinung von Fachleuten die Abkehr von einem separierenden Schulsystem erfordert. FĂŒr die „Integration“ behinderter Kinder und Jugendlicher in die bestehende Schulstruktur wĂŒrde eine Optimierung der derzeitigen sonderpĂ€dagogischen Förderung ausreichen.

Bisheriger Weg mit Nachteilen: Separation

Die „Separation“ von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern mit „Behinderungen“ war in der Vergangenheit eine gute und sachgerechte Lösung. In weitgehend „homogenen“ Lerngruppen und gegliederter Schulstruktur konnten „behinderte“ Kinder nicht hinreichend gefördert werden. Kinder mit Förderbedarf wurden in „Sonderschulen“ ĂŒberwiesen und in Deutschland entwickelte sich ein hochspezialisiertes Förderschulwesen. Diese Strategie erfuhr jahrzehntelang eine hohe Akzeptanz durch alle Beteiligten: Die Allgemeine Schule ist von der Förderverpflichtung entlastet und Eltern sahen ihre „Sorgenkinder“ in kleinen, besonders ausgestatteten Schulen gut aufgehoben und beschĂŒtzt.

Die unerwĂŒnschte „Nebenwirkung“ dieser „Erfolgsgeschichte“ ist, dass die allgemeine Schule sich zunehmend fĂŒr Lern- und Verhaltensschwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen nicht kompetent fĂŒhlt. In der Folge ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, bei denen sonderpĂ€dagogischer Förderbedarf diagnostiziert wurde, in Deutschland kontinuierlich angestiegen. Insbesondere der zunehmende Anteil von SchĂŒlern mit der Diagnose „Lernbehinderung“ und „BeeintrĂ€chtigung der sozial-emotionalen Entwicklung“ geben Anlass zur Sorge. Hinzu kommt, dass der ĂŒberwiegende Teil dieser Jugendlichen trotz sonderpĂ€dagogischer Förderung keinen Hauptschulabschluss erreicht. Damit stellt sich grundsĂ€tzlich die Frage nach der EffektivitĂ€t schulischer Förderung in der allgemeinen Schule und der Förderschule.

Der erste Schritt: Integration

Die IntegrationspĂ€dagogik hinterfragte seit den 70er Jahren die Separation von Kindern und Jugendlichen. Eltern behinderter Kinder und PĂ€dagogen setzten sich nachdrĂŒcklich dafĂŒr ein, dass ihnen die volle Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wurde. Logisches Ziel war es daher, diese SchĂŒlerinnen und SchĂŒler im Rahmen eines „gemeinsamen Unterrichts" (GU) in der allgemeinen Schule zu unterrichten. Die integrative Beschulung ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten aber nur punktuell geglĂŒckt. Im Vergleich zu anderen europĂ€ischen Staaten blieb die Anzahl der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler im gemeinsamen Unterricht sehr klein.

Von der Integration zur Inklusion

Inklusive PĂ€dagogik hat das Ziel, dass alle Kinder unabhĂ€ngig von ihren individuellen Lernvoraussetzungen gemeinsam in einer Gruppe lernen. Es gibt also keine Aussortierung zu Beginn oder wĂ€hrend der Schullaufbahn. Die BefĂŒrworter gehen davon aus, dass Lernen immer ein individueller Prozess ist und fĂŒr jedes Kind ein eigener Lern- und Förderplan erstellt werden sollte. Das gemeinsame Lernen fördert nach ihrer Überzeugung nicht nur die sozialen Fertigkeiten aller Kinder und Jugendlichen, sondern auch ihre geistige Entwicklung. Die VielfĂ€ltigkeit ist also erwĂŒnscht und die „homogene“ Lerngruppe, in der alle Kinder in gleichem Lerntempo lernen, wird nicht mehr angestrebt. Inklusive PĂ€dagogik fragt nicht mehr danach, welche besondere Schule ein Kind besuchen soll, sondern danach, wie die Schule die individuellen (Lern-)BedĂŒrfnisse eines Kindes befriedigen kann.

Ziele schulischer Inklusion

Derzeit fokussiert die Inklusionsdebatte in der Bildung vor allem die Frage, ob und wie Kinder und Jugendliche mit „Behinderungen“ in der allgemeinen Schule statt in Förderschulen lernen können.

ErklĂ€rtes Ziel der Bildungsministerien bundesweit ist es, die UN-Konvention so umzusetzen, dass man den Anteil der Kinder und Jugendlichen mit sonderpĂ€dagogischem Förderbedarf durch vorbeugende Fördermaßnahmen senken will. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mit sonderpĂ€dagogischem Förderbedarf sollen in Zukunft hĂ€ufiger in der allgemeinen Schule im Rahmen eines „Gemeinsamen Unterrichts“ integrativ gefördert werden.

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