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Neues Jahr, neue Ziele? Oder: So schaffe ich es, meine Vorsätze umzusetzen!

Ausfüllhilfe für "SMARTe Ziele"

Frohes neues Jahr!

Kaum ein Zeitpunkt im Jahr lädt so sehr dazu ein, sich selbst zu reflektieren und sich mit eigenen Zielen auseinanderzusetzen wie das Ende des Jahres. Dass solche Ziele, die in diesem Zeitraum formuliert werden, mit dem Begriff der „Neujahrsvorsätze“ gleich einen eigenen Namen bekommen haben, bestätigt dieses Phänomen.

Wir nehmen uns vor, weniger Schokolade zu essen, uns mehr Zeit für uns selbst zu nehmen, mehr Sport zu machen und weniger Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Das Letzteres gerade in Zeiten der Pandemie und im Rahmen des Home-Offices nicht unbedingt leicht umzusetzen ist, ist klar. Doch wie können wir es schaffen können, dass aus den gut gemeinten Vorsätzen auch eine erfolgreiche Umsetzung folgt?

 

Selbstwirksamkeitserwartungen

Ob ein Ziel angegangen wird oder nicht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren liegt darin, ob und wie sehr man sich selbst in der Lage sieht, neue oder schwierige Anforderungssituationen aufgrund eigener Kompetenzen bewältigen zu können. Das Konstrukt, dem diese Definition von Schwarzer und Jerusalem zugeordnet werden kann, nennt sich Selbstwirksamkeitserwartung. Eine stark ausgeprägte Selbstwirksamkeitserwartung steht mit Optimismus und Zuversicht in Zusammenhang und wirkt sich positiv auf eine Handlungsinitiierung aus. Personen mit einer stark ausgeprägten Selbstwirksamkeitserwartung fällt es demnach deutlich leichter, Ziele umzusetzen und sich auch von zwischenzeitlichen Misserfolgen nicht aus der Bahn werfen zu lassen.

Usain Bolt, der ehemalige jamaikanische Sprinter, achtfache Olympiasieger, elffache Weltmeister und Weltrekordhalter in der 4-mal-100-Meter-Staffel, im 100- und 200-Meter-Lauf, sagte einst den Satz „I know what I can do, so I never doubt myself.“ (dt. Ich weiß, was ich kann, deshalb zweifele ich niemals an mir.). Ohne eine Einstellung wie diese, wäre er vermutlich nicht ansatzweise so erfolgreich gewesen wie er es schließlich war. Oder können Sie sich vorstellen, dass er dieselben Ergebnisse erzielt hätte mit der Einstellung: „Das wird nichts. Das bekomme ich nie hin.“?!

Jetzt sind wir alle natürlich nicht Usain Bolt. Wie kann uns trotzdem dieses Wissen um den Einflussfaktor der Selbstwirksamkeitserwartung bei der Umsetzung und Erreichung von unseren Neujahresvorsätzen helfen?

 

Fünf Seiten lesen sind besser als zehn Seiten!

Die Antwort liegt zum Großteil in der Zielformulierung. Kleine und leicht umsetzbare Teilziele erhöhen bereits die Gewissheit, sie mithilfe eigener Kompetenzen erreichen zu können. Es macht beispielsweise einen deutlichen Unterschied, ob wir uns vornehmen, 10 Bücher im Jahr oder im nächsten Monat viermal die Woche mindestens 5 Seiten zu lesen. 5 Seiten erscheinen fast lachhaft wenig. Im Sinne der Zielerreichung ist dieser Punkt jedoch mehr hilfreich als hinderlich. Schließlich geht es darum, ans Lesen zu kommen und wer bereits 5 Seiten gelesen hat, kann sich eher dazu motivieren weiterzulesen als jemand der das Buch noch nicht in der Hand hält. Auf diese Weise werden aus den 5 Seiten schnell deutlich mehr (je nachdem wie spannend auch das Buch ist). Kleine Änderungen führen zu größeren Änderungen.

 

Meine Ziele

Neben der Selbstwirksamkeitserwartung spielt die Motivation eine große Rolle. Ohne ausreichende Motivation ist eine Zielumsetzung von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Da es sich bei Neujahrsvorsätzen fast ausschließlich um selbst gesetzte Ziele handelt, sollte man zumindest davon ausgehen können, dass von den Zielen ein gewisses Maß an Eigenmotivation ausgeht. Somit haben diese Ziele schon mal eine höhere Gelingenswahrscheinlichkeit als solche, die einem von anderen vorgegeben werden.

Ebenso wie beim Faktor der Selbstwirksamkeitserwartung, lassen sich auch in Puncto Motivation Stellschrauben bei der Zielformulierung in Richtung Erfolg drehen.

 

SMARTe Tipps zur Zielformulierung

Managementforscher Peter Drucker entwickelte bereits in den 50er Jahren ein Set an Kriterien, wie sich Ziele besser formulieren lassen, um die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Umsetzung deutlich zu erhöhen. Die von Drucker entwickelte Methode ist schnell unter dem Namen „SMART-Methode“ bekannt geworden. Der Begriff SMART beschreibt dabei nicht nur, wie clever diese Methode ist, sondern steht viel mehr als Akronym mit jedem Buchstaben für eines der erfolgsversprechenden Zielkriterien. Das „S“ steht dabei für spezifisch, das „M“ für messbar, das „A“ für attraktiv, das „R“ für realistisch und das „T“ für terminiert. Das ist mit diesen Kriterien genau gemeint:

  • Spezifisch meint, dass ein Ziel möglichst präzise, kurz und prägnant (wenn möglich) in einem Satz zusammengefasst wird. Statt: „Ich möchte mich gesünder ernähren.“, würde man hier eher formulieren: „Ich esse an mindestens 5 Tagen pro Woche eine Portion Obst meiner Wahl.“
  • Messbar bedeutet die Überprüfbarkeit des eigenen Ziels. Fragen, die zur Überprüfung des Ziels auf das Kriterium der Messbarkeit abzielen sind: „wie oft?“, „wie viel?“ oder „wie lange?“.
  • Attraktivität steht dafür, wie wichtig mir das Erreichen meines Ziels ist und welchen Wert für mich der Zielzustand hat. Eine positive Formulierung kann dabei schon viel bewirken. Wer sich vornimmt, finanziell unabhängig zu sein, hat dabei objektiv betrachtet ein attraktiveres Ziel als jemand, der sich vornimmt, nicht arm zu sein.
  • Realisierbarkeit. Ein Ziel ist insbesondere dann motivierend, wenn es auch tatsächlich für einen selbst stemmbar ist. Wenn wir uns also das Ziel setzen, einen Marathon zu laufen, dann ist dies keinesfalls verkehrt. Dennoch sollte hier gut darauf geschaut werden, wie dieses Ziel uns im Laufe der durchaus langwierigen und aufwendigen Vorbereitung motiviert hält. Die Lösung können realistische Teilziele sein, die uns Schritt für Schritt den Weg zum Großziel ebnen. Wer langsam die Distanzen erweitert, behutsam das Tempo erhöht und achtsam mit seinem Körper umgeht, der wird mehr Erfolg(e) haben als derjenige, der einfach planlos drauflos trainiert.
  • Terminierung. Ein konkreter Umsetzungszeitraum schafft eine Möglichkeit, den eigenen Zielprozess kontinuierlich zu überprüfen. Dadurch können Fortschritte und Erfolge erkannt und angemessen gewürdigt und mögliche Misserfolge oder Rückschritte frühzeitig evaluiert werden und zukünftig reduziert werden. Es empfiehlt sich hier, den Zeitrahmen überschaubar und klein zu halten, um ausreichend früh mögliche Anpassungen der Zielsetzung vornehmen zu können und somit einem Motivationsabfall vorzubeugen.

 

Fazit

Insgesamt bietet die SMART-Methode eine gute Möglichkeit, dabei zu helfen, die eigenen Neujahrsvorsätze in Angriff zu nehmen und das neue Jahr mit vielen kleinen wie großen Erfolgen zu starten.

 

In diesem Sinne wünschen wir von der RSB Borken Ihnen und Ihren Familien einen guten und "SMARTen" Start ins Jahr 2022!

 

Im Downloadbereich finden Sie ein Dokument, das Ihnen und anderen in Anlehnung an die SMART-Methode bei der Zielformulierung behilflich sein kann:

  • <link file:1345 _blank download "Initiates file download">Beispiel</link>
  • <link file:1346 _blank download "Initiates file download">Ausfüllhilfe</link>
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